Die Geschichte von Nerja
Die verschiedenen Epochen und geschichtliche Entwicklung der Stadt Nerja, Málaga
Die Anfänge Nerjas, einer Stadt im Süden Spaniens, gehen bis auf die Altsteinzeit zurück. Dies belegen Höhlenmalereien und andere Relikte, die in den Höhlen von Nerja gefunden und sichergestellt werden konnten.
Schon damals müssen in dem Tunnelsystem, das die Tropfsteinhöhlen umgibt, ganze Volksstämme gelebt haben. Das etwa 4,5 Kilometer lange System bot den Menschen ausreichend Platz und offenbarte zudem Schutz gegen Naturkatastrophen, wilde Tiere oder andere, feindliche Volksstämme.
Die Entdeckung der Höhlen und damit die geschichtliche Bedeutung war ein Zufallsfund. Es waren fünf spielende Kinder, die die Hauptattraktion erst im Jahr 1959 entdecken konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Höhlen dieses Geheimnis hüten. Heute lockt die Sehenswürdigkeit jedes Jahr viele tausend Besucher an.
Haupteinfluss auf die Region hatten neben den Römer auch die Mauren. Sie errichteten erste Gebäude und Festungsanlagen in der Provinz. Zudem gaben sie der Stadt ihren Namen, wie Schriften des Geisteswissenschaftlers Almacarri de Tremecen und des Geographen Ibn Sadí bezeugen.
Die Araber konnten den Standort sehr lange Zeit für sich behaupten. Erst im 15. Jahrhundert wurden sie von den Christen geschlagen und mussten sich ihnen ergeben. Doch noch heute sind arabische Einflüsse in dem gesamten Gebiet deutlich spürbar.
Im Folgenden erbauten die Eroberer eine weitere Festungsanlage auf den Klippen. Diese ist heute als Balcón de Europa bekannt.
Nachdem die Christen die Stadt unterworfen hatten, zogen die meisten Araber weg oder wurden gar vertrieben. Die zuletzt Verbliebenen konvertierten nach einer Zwangsbekehrung zum Christentum. Die Eroberer bauten das Stadtbild nach ihren Vorstellungen weiter aus.
Am 25.Dezember 1884 ereilte Nerja eine verheerende Naturkatastrophe. Ein Erdbeben im Süden Spaniens zerstörte viele Gebäude und auch viele Todesopfer mussten beklagt werden.
König Alfonso XII reiste anschließend in die Stadt und hielt auf dem Balcón de Europa eine beeindruckende Rede. Die Einwohner Nerjas, die an dieses Ereignis erinnern wollten, erbauten ihrem König an der Stelle ein Denkmal, das heute von Touristen und Einheimischen gleichermaßen aufgesucht wird.
Durch die Entdeckung der Tropfsteinhöhlen im Jahr 1959 entwickelte sich Nerja zu einem Touristenmagnet. Der Tourismus ist bis heute die wichtigste Einnahmequelle. Dennoch hat sich das Stadtbild nie verbiegen lassen.
Die unterschiedlichen Hotelanlagen wurden derart in das Stadtbild integriert, dass das ursprüngliche Gefüge erhalten werden konnte. Ein Besuch in Nerja ist wie eine Reise durch die verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte.